Geschlechtserkennung bei Malawisee Cichliden

Afrikanische Buntbarsche aus dem Malawisee hinsichtlich Ihres Geschlechtes zu unterscheiden ist sehr häufig keine einfache Angelegenheit.

Gerade wenn man Tiere pflegt die sich optisch gesehen anhand ihrer Farbenpracht kaum Geschlechtserkennung1voneinander unterscheiden wie zum Beispiel Labidochromis caeruleus oder Pseudotropheus demasoni. Die Unterscheidung hinsichtlich der Eiflecken in der Afterflosse lässt keinen Aufschluss darüber, ob es sich um ein männliches oder weibliches Tier handelt. Beide Geschlechter können je nach der Art oder Gattung Eiflecken aufweisen oder nicht. Bei vielen Arten sind die Rückenflossen und Afterflossen bei den Männchen spitz zulaufend, wobei bei weiblichen Tieren diese eher runder auslaufen. Das ist aber auch leider nicht bei allen Arten ein Kriterium der Unterscheidung. Bei vielen Mbuna Arten und auch bei einigen Arten der Gruppe Placidochromis ist das nicht der Fall. Allerdings geht die Brustbeflossung bei vielen männlichen Tieren einiger Mbuna- und verschiedener anderer Arten über den Ansatz der Afterflosse hinaus.

 

Generell ist eine Unterscheidung der Tiere ob männlich oder weiblich erst, je nach Gattung, Geschlechtserkennung2ab einer gewissen Größe und eines gewissen Alters möglich. Das variiert teils sehr stark. Ein weiterer Aspekt ist das „drücken“ oder „dominieren“ vereinzelter Männchen gegenüber Artgenossen. Wir hatten zum Beispiel einmal ein Trio vom Aristochromis christy, wo wir von einem Verhältnis von 1 Männchen und 2 Weibchen ausgingen. Bei einer Größe von 15 cm hatte sich das eine Männchen schon schön gefärbt und seine Flossen gut spitz ausgeprägt. Die beiden anderen Tiere zeigten weder einen Ansatz von Farbe und die Flossenenden waren schön abgerundet. Nachdem ich das Männchen von den anderen Tieren trennte um den Weibchen Ruhe zu geben und einen Bauchansatz anzufüttern, fing eines der Tiere nach kürzester Zeit an sich zu färben…

 

Die beste Unterscheidung ist immer noch das „drunter gucken“. Dazu muss man die Tiere Geschlechtserkennung3vorsichtig rausfangen um den Fisch zu drehen und sich ein Bild von der Unterseite des Fisches zu machen. Nie mit trockenen Händen die Tiere anfassen, vielleicht ist es auch ratsamer, sich Einweg Handschuhe anzuziehen, damit der Fisch nicht verletzt wird. Vom Kopf des Fischs her gesehen befinden sich zwischen den Afterflossen zwei Öffnungen, der After und dahinter die Genitalpapille. Bei kleineren Tieren ist eine Lupe zu empfehlen. Bei männlichen Tieren sind die beiden Öffnungen dichter beieinander und fast gleich groß, wobei bei den Weibchen die hintere, die Genitalpapille, größer ist. Wenn man anfängt sich mit dieser Methode der Bestimmung auseinander zu setzen, sollte man sich Weibchen, die schon getragen haben, zuerst einmal anschauen, denn dort ist es perfekt zu beobachten. Alles andere ist hinterher reine Übungssache.

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